Schlagmann Poroton GmbH & Co. KG - Wichtige Änderungen beim Schallschutz

Wichtige Änderungen beim Schallschutz

Worauf es beim Schallschutz im Hochbau ankommt
Die DIN 4109-1:2016-07 bringt in der Praxis etliche Änderungen dafür, wie der Schallschutz im Hochbau umgesetzt werden soll. Hier eine Übersicht wesentlicher Änderungen, die allesamt in Teil 1 der neuen Norm stehen, also bei den neuen Mindestanforderungen.

Verschlechterungsverbot
Die Anforderungen dieser Norm gelten nicht zum Schutz von Schallübertragung für Flure, Bäder, Toilettenräume, Nebenräume und Küchen (sofern diese nicht als Aufenthaltsräume vorgesehen sind). Somit ist es nicht zulässig, die schalltechnische Qualität der schallübertragenden Trennbauteile im Bereich dieser Räume im Vergleich zum bemessungsrelevanten Raum abzusenken, beispielsweise durch Schächte oder Kanäle oder indem man die Dicke von Bauteilen reduziert.
 
Luftschallschutz
Für die bauordnungsrechtlichen Anforderungen wird am bisherigen R’w-Konzept festgehalten. Damit wurden die zwischenzeitlich im Normenentwurf aufgenommenen, nachhallzeitbezogenen Anforderungswerte des Schallschutzes (DnT,w und L’nT,w) sowie das Raumgruppenkonzept wieder gestrichen. Abgewichen wird davon nur in Fällen, bei denen die gemeinsame Trennfläche größer als 10 Quadratmeter ist oder es keine gemeinsame Trennfläche (beispielsweise diagonale Übertragungssituationen) gibt. In solchen Fällen wird die Anforderung an Dn,w gestellt.
Entsprechende Regelungen für den schalltechnischen Nachweis und die Baumessung sind in DIN 4109-2 und DIN 4109-4 enthalten. Die einzige Verschärfung der Anforderungen betrifft den Luftschallschutz von Treppenraumwänden und Wänden neben Hausfluren von 52 dB auf jetzt 53 dB.
Trittschallschutz
Das Anforderungsniveau ist auf einem Niveau fortgeschrieben worden, das für alle Baustoffe technisch und wirtschaftlich realisierbar ist. Nur da, wo der technische Fortschritt es erlaubt, wurde eine moderate Anpassung vorgenommen. Eine solche grundsätzliche Anpassung gab es beim Trittschallschutz von Decken von bisher L‘n,w ≤ 53 dB auf L‘n,w ≤ 50 dB. Aufgrund des Einspruchs der Holzbauindustrie wurden die Anforderungen an Trenndecken (auch Treppen) zwischen fremden Arbeitsräumen und unter Laubengängen auf L‘n,w ≤ 53 dB wieder auf dem bisherigen Niveau belassen.
 
Einliegerwohnungen
Ersatzlos gestrichen wurde das sogenannte Einliegerwohnungsprivileg. Bislang wurden Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen bessergestellt, dort galten verringerte Anforderungen an den Luft- und Trittschallschutz.
Treppen und Podeste
Die Anforderungen an den Trittschall bei Treppenläufen und Podesten wurde verschärft von bisher L‘n,w ≤ 58 dB auf L‘n,w ≤ 53 dB. Achtung: Gestrichen wurde die bisherige Ausnahmeregelung für Treppenhäuser, die aufgrund des vorhandenen Aufzugs nicht regelmäßig begangen werden und daher keine Anforderung an den Trittschall erfüllen mussten.
 
Kleine Räume
Die neue Norm legt die Größe der Mindesttrennbauteilfläche von 10 Quadratmetern fest. So soll sichergestellt werden, dass es einerseits nicht zu einer Anforderungsverschärfung kommt, andererseits aber auch das Schutzniveau von DIN 4109:1989-11 in keinem Fall unterschritten wird. Für die rechnerischen Nachweise nach DIN 4109-2 und die messtechnischen Nachweise nach DIN 4109-4 sind die dort getroffenen Festlegungen zu den Mindesttrennbauteilflächen zu berücksichtigen.
Einfamilienhäuser / Reihenhäuser und Doppelhäuser
Die Anforderungen an die Trittschalldämmung für Decken wurden verschärft von bisher L‘n,w ≤ 48 dB auf L‘n,w ≤ 41 dB. Diese Anforderung an die Trittschalldämmung gilt aber nur für die Trittschallübertragung (über die Hauptrennwand hinweg) in fremde Aufenthaltsräume in waagerechter oder schräger Richtung. Für Bodenplatten auf Erdreich bzw. Decke über Kellergeschoss beträgt die Anforderung an die Trittschalldämmung L‘n,w ≤ 46 dB.
Treppenläufe und Podeste wurden mit einer Verschärfung von bisher L‘n,w ≤ 53 dB auf L‘n,w ≤ 46 dB (Tabelle 3, Zeile 3) angepasst.
 
Gebäude ohne Keller
Bei den Anforderungen an die Luftschalldämmung für Haustrennwände zwischen EFH / RH und Doppelhäusern wird zukünftig unterschieden: Bei Haustrennwänden zu Aufenthaltsräumen, die im untersten Geschoss liegen (erdberührt oder nicht), gilt R’w ≥ 59 dB. Für Haustrennwände zu Aufenthaltsräumen, unter denen noch mindestens ein Geschoss (erdberührt oder nicht) des Gebäudes vorhanden ist, gilt R’w ≥ 62 dB.
Außenlärm
Die Anforderungen an den Schallschutz gegen Außenlärm bleiben nominal in der Neuausgabe der DIN 4109-1:2016-07 unverändert.
 
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